… oder das ultimative Anti-Tilt-Training.
Den Titel als kleine Hommage an Peter Eastgate, der eindrucksvoll den Sieg im WSOP M.E. für Dänemark einfahren konnte. (Einige wissen ja schon, dass ich auf Eastgate setzen wollte, dass er den Titel holt und zwar mit der Siegerhand von 2 Paar … aber da meine letzten Prop-Bets nicht so gut gelaufen sind wie mein Pokerspiel, habe ich’s dann gelassen … wenigstens gewann er mit einer Straight und nicht 2 Paar – puh!)
Da in letzter Zeit immer ’mal wieder das Thema Casino-Sperren auftauchte – hier mein Tipp an alle Pulverfässer: Don’t fuck up! Legt ihr euch mit dem Casinopersonal an, dann sind das 7 Jahre Abstinenz, werdet ihr handgreiflich gibt’s noch mal 7 Jahre Casinostrafbank bis zu ner Matchstrafe dazu. Das kann pokertechnisch ganz schön bös’ sein – außer ihr schafft es in Hohensyburg ins Casino, da bekommt ihr als gesperrter Spieler vor dem zuständigen Gericht eure Verluste wieder gutgeschrieben – viel Erfolg!
LIVE AND LET DIE passt vielleicht ganz gut als Arbeitstitel für diesen Post…
An dieser Stelle möchte ich einmal das ultimative Anti-Tilt-Training vorstellen. Während ich natürlich immer wieder Zeuge bin, wie Spieler gegen andere Spieler tilten – z.B. nach meinem Double-Up mit 
vs.
– oder nach dem „Schwarz-Stare“
– ist es bei mir so, dass mich eigentlich andere Spieler nicht tilten können … aber genügend Dinge während eines PokerTurniers schon:
Ein Beispiel anhand der Spielbanken Niedersachsen:
Zur Anmeldung für das Turnier muss man schon eine Stunde vorher anwesend sein. Und das auch, wenn man schon angemeldet ist. Das sollte sowieso jeder tun, und auch schon via Kreditkarte bezahlt haben. Ist ja schon mal sehr spontan für ein Pokerturnier … aber nagut.
Die Blindlevels 30 Minuten – das ist schon mal besser als bei einem 15€-Turnier, immerhin beträgt das Startgeld hier 210€! Schade, wenn dann gerade einmal 11 Hände pro Level ausgeteilt werden – so langsam war bislang noch niemand … ich will aber nicht zu voreilig sein, denn jeder verdient seine Chance!
Leider ist es fast eine Farce, als die Turnierleitung zum Applaus für die studentische Aushilfskräfte und die Roulette-Croupiers aufruft, die dieses Turnier ermöglichen. Die Roulette-Croupiers sind wirklich eine klasse für sich, da bei jedem Showdown eine Checkliste laut durchgegangen wird: „Kein Flush möglich – Die Straße hat keiner – Da ist ein Pärchen – … ah, da sind sogar zwei: Herzlichen Glückwunsch!“
Wer jetzt noch nich On-Tilt ist, bekommt von den Croupiers Stories über irgendwelche Hände im Casino erzählt, die sie zum Besten geben, ohne dabei die gemischten Karten in ihrer Hand zu verteilen. Wessen Zeit ist das hier? Wer die Turnierleitung auf eventuelle Missstände oder das Herunterticken der Blinduhr hinweist, wird nur mit „Meine Herren, wir sind doch alle zum Spaß hier, genießen Sie doch das Spiel!“ abgespeist. Würde ich ja gerne, aber wie soll das so funktionieren???
Die Chips im Casino sind die 08/15-Chips, die es in jedem Pokerkoffer überall zu erstehen gibt, natürlich eine sichere Sache für ein Casino-Turnier mit 5stelligem Preispool! Naja, wenigstens sind die 20er (Zwanziger, wofür das??) Chips aus dem casinoeigenen Vorrat. Dummerweise habe ich mich dem öffentlichen Gespött der Stammspieler preisgegeben als ich schnell einem Spieler für seinen 100er Chip fünf 20ger hingeworfen habe: „Haha, das macht doch der Croupier!“ haben sich alle über mich totgelacht. In jedem anderen Casino lasse ich das denn Croupier auch gerne machen – aber nicht wenn er für diesen Vorgang über 1 Minute braucht („100 der Herr!“ – Daraufhin werden die fünf Chips aus dem Tray vor den Spieler ausgebreitet und noch einmal einzeln abgezählt – „Zwanzig, vierzig, sechzig, achtzig, einhundert, der Herr!“ – und der Hunderter mit einem herzzereißendem „100 gegen 100 gewechselt“ in das Tray verabschiedet).
Die Chips werden sowieso von den Dealern herzallerliebst umsorgt. Da wir bei den sich ständig verdoppelnden Blinds und dem exorbitanten Dealingspeed genug Zeit für allerlei Liebe zum Detail haben, haben es sich die Dealer (oder hier ausnahmsweise besser „Croupiers“) zur Aufgabe gemacht, die Einsätze nach einer Setzrunde nicht einfach im Pot zusammenzuschieben, sondern fein säuberlich nach Chipkategorien zu unterteilen: 14 Grüne auf einen Stapel, 9 Schwarze daneben und noch 3 Violette aufeinander! – Kann ich die Potsize so etwa besser zählen??? Aber was macht man nicht alles wenn man Zeit hat.
Da wirkt es fast schon entspannend, dass fast alle Spieler am Tisch ein all-in mit 9-6o snapcallen oder damit all-in pushen. Anzusehen ist ihnen die Trashhand nicht. Mit einem guten Read würde man hier Asse bei den Spielern vermuten, denn was sie ausstrahlen lässt auf eine Monsterhand schließen. 9-6o ist natürlich alles andere als eine Monsterhand und mir bestenfalls als „Breakfast of Champions“ in umgekehrter Nennung bekannt … aber das sehen Hannoveraner Fußballfans wohl anders!
Da ein Turnier mit kanpp über 30BB-Startingstack wohl nicht ohne Weiteres in die Kategorie Deepstack-Tournament eingeordnet werden kann, ist es natürlich schöner, wenn man nicht nur immer 2 Chips vor sich liegen hat, sondern von den kleineren Nominationen schon das ein oder andere Türmchen vor sich stehen hat. Wenn man dann allerdings jede zweite Hand von der Turnierleitung gefragt wird, ob man nicht die Chips vor sich gegen größere Nominationen aus dem Tray wechseln möchte und dies mit einem dezenten „NEIN!!“ beantwortet, muss man sich anhören: „Die werden sowieso beim Race for Chips später rausgenommen“ … übrigens ohne „…, der Herr!“.
Apropos Race for Chips. Natürlich löblich, dass man auch in deutschen Casinos bei Blinds 10.000/20.000 nicht noch mit 20er-Chips spielen muss, allerdings hätte ich schon vermutet, dass bei einem Race for Chips mit neun 500er Chips nicht der Sieger auf einmal vier 1000er zugeschoben bekommt, was allein ungefähr dem Average-Stack entsprach. Aber das Winner-Takes-All eigentlich nur in den thekenfernsten Stammtischrunden beim Race-for-Chips gespielt wird, scheint den Spielbanken Niedersachsen nichts auszumachen.
Naja, gespielt wurde natürlich auch noch, wobei die Kommentare der Dealer, des Floormans und des Turnierdirektors immer einen Großteil der Action ausmachten. Nachdem nicht ganz unerwartet schon relativ früh die Push-or-Fold-Phase erreicht wurde, wurden mir vermehrt ungläubige Blicke zu teil, da ich nicht mit 4 BB wie die anderen Spieler noch zu einem überzeugtem „Call“ in der Lage war. Nachdem ich mit meinen Pocketpairs und guten Aces von den letzten 11 Händen ca. 6 gepusht hatte (alle ungecallt), war ich aufgrund der Blinderhöhung immer noch nicht aus der roten Zone heraus. Also Pushe ich am CO mit AJs wiederum all-in, nur um aus dem Blind mit AKo gecallt zu werden. Happens! In der nächsten Hand bin ich allerdings der jenige, der im High-Jack AKo hält und pushe natürlich wieder. Anscheinend hat der Small Blind gesehen, dass ich mit einem Call sterblich bin, und so werde ich von 
gesnapcallt. Natürlich kommen gleich die
und die
im Flop: Nice Hand, Sir!
An sich kein Problem für mich (außerdem habe ich immer noch Chips) – wenn jetzt nicht der Turnierleiter zu mir käme, der mich nach den anfänglichen Pushes wohl für den größten Bluffer gehalten hat, und mir überrascht und irgendwie ehrfürchtig folgenden Satz auf die Nase drückt: „Aber über Ihre Hände können Sie sich wirklich nicht beschweren, … mein Herr!“ – So ein Spruch wäre zu Zeiten von Wild Bill Hickock nicht einfach so durchgegangen. Ich denke kurz an die Zeiten von Duellen zu High Noon, kurz an die Bare-Knuckle-Fights in Snatch, denke an meine restlichen Chips, das Edge in diesem Turnier … und nicht zuletzt an 7 Jahre Sperre. Die Essenz dieser Eindrücke ist ein kommentarloses, nicht näher zu definierendes Grinsen in Richtung Turnierdirektor…
Am Final Table wurden übrigens alle Spieler mehrmals darauf hingewiesen, dass man ja jetzt zum Ende kommen solle, denn es hätten sich für diesen Tisch schon Spieler für Cashgame auf der Warteliste eingetragen! WAYNE …?
Dann bis zum nächsten Wochenturnier!