Negation des negativen Freispiels
am 20. Juli 2009 unter PokerProStartUp abgelegtVor geraumer Zeit las ich einen interessanten Artikel von Jennifer Harman. Dabei ging es um Spielsituationen, die darauf ausgerichtet sind, dem Gegner, der weniger Chips als man selber hat, kein negatives Freispiel zuzustehen. Ich möchte diesen Spielstil gerne kurz erläutern und dann situationsspezifisch widerlegen.
Ein negatives Freispiel entsteht, wenn zwei Teilnehmer, die ein MTT bereits ITM spielen, aufeinanderprallen. Dabei geht es immer um einen Spieler mit kleinerem Stack und einem mit größerem Stack. Wie weit die Stacks auseinanderklaffen, spielt dabei keine Rolle. Jennifer erläutert, daß man als BigStack den StortStack so spielen sollte, dass man diesen bis zum River auf jeder Straße betten sollte um diesen dann vom Tisch zu nehmen.
Ich habe mir viel Gedanken über diese Situation gemacht und komme in gewissen Spielsitationen zu einem anderen Ergebns.
Angenommen
Spieler 1: 220.000
Spieler 2: 110.000
Spieler 3 135.000
Spieler 4: 90.000
Spieler 5: 111.000
Spieler 6: 73.000
Blinds: 3.000/6.000 ante 300
Der nächste Spieler der Ausscheidet, bekommt 4.500 Euro, der darauffolgende 5.500 Euro.
Ich bin spieler 1 und spiele gegen die Nr. 6. Ich floppe der einfachheithalber die Stonecold Nutz und bin fist to act. Ich merke auf Flop und Turn, daß mir Nr. 6 folgen wird, aber nur folgen. Bedeuet: Auf dem River muß ich einen Betrag setzen, der mir maximalen PLUS EV bietet.
Nun behaupte ich: Ich setzte einen Betrag, der den Gegener mit 2 1/2 fachem BB verweilen läßt. D.h. ich setze diesen nicht all in, erwarte aber einen Call des Gegners.
Warum tue ich dies?
Ganz einfach…ich will einen gecrippelten Shortstack am Tisch, da dann in den nächsten Runden für mich als Big Stack ein LIMP um einiges Stärker aussieht und ich durch diesen LIMP sehr viele Folds provozieren kann. Meine Handrange spielt dabei keine Rolle. Ich limpe die nächsten Spiele jede Hand. Der Tisch ist, gerade wenn man ITM auf einem Preisgeldstep spielt, ist besonders vorsichtig und riecht überall Gefahren und Fallen. Dadurch ist die Chance eines Folds bis zu den Blinds deutlich größer und wird durch den Shortie noch verstärkt, da jeder auf das Ausscheiden dieses Spielers warten will. Die Blinds füllen zumeist auf, doch ich habe Position. Der Flop, egal wie er aussieht, läuft zu 80% check-check…und ich setzte als Big Stack und kassiere zwei mal die Blinds von je 6.000 und die Ante über 1.800. Kann ich dies wiederholt machen, bringt mir die Anwesenheit des shorties. deutlich mehr Chips ein, als wenn ich Ihn sofort vom Tisch genommen hätte. Dieses Prozedere vollzog ich dieses Wochenende erfolgreich. Der Shortie hat dabei 2 Orbits durchgehalten und hat gehofft, daß ein anderer einen Fehler macht. Dadurch konnte ich 5 aus 6 gelimpte Pötte gewinnen. Eine hab ich verloren, da ich nach einer Bet auf dem Flop des SB aufgeben mußte. Gott sei dank, hat dieser so schnell die Stärke seiner Hand preisgegeben.
Meine Rechnung lautet:
- 16.000 chips, da ich den Shortie am leben ließ
-6.000 Chip, da ich einen Pot aufgeben mußte
+ 5 * (12.000 Chips (SB und BB) + 1.800 Chips (Ante) = 69.000 Chips
Summe= 47.000 Chips.
In dieser Spielsituation war es für mich nur wichtig, daß der Shortie so lange wie möglich durchhält. Mein Limp irritiert auch in, da er nun gegen wahrscheinlich 3 Leute spielen wird, was ihn auch dazu veranlassen wird, jedglich Hände, bis auf die Premiums zu folden.
Good luck at the tables und denkt an mich, wenn Ihr in Zukunft in eine vergleichbare Situation geratet.
TheLittleSheep




















