Donkam… – Duisburg die Zweite: Alles ist eitel
am 17. November 2008 unter Mr. Black abgelegtDa praktisch vor der Haustür immer wieder große, gut vermarktete Turniere mit schlechten Spielern stattfinden, liegt es ja nahe, sich wieder einmal ins Bootcamp zu bewegen.
Diesmal war das Casino Duisburg der Laufsteg der Eitelkeiten. Passend zu der ursprünglichen Bedeutung des Wortes (eitel = vergänglich), war dann auch mein Verbleiben im Turnier nicht von Dauer.
Ich startete also im Crazy Call Monday Rebuy Rumble – einer der bestmöglich promoteten Veranstaltungen für Trente-et-Quarante-, Easy Hold’em-, Bavarian Stud- und Chemin de Fer-Spieler. … OK, mal ganz im Ernst: Ich war beim 50€ unlimited Rebuys Satellite zum 1000€ Main Event der Duisburger Pokerwoche (auch wenn die Spieler in den oben genannten Spielen sicherlich weniger verlieren würden … und ich vielleicht auch
).
Die Struktur war knackig – aber nichts Ungewöhnliches bei einem solchen Event und vor allem im Vorfeld bekannt. Die Dealer in Duisburg waren auf Westspiel-Niveau des Ruhrgebiets, also sehr schnell (!) und regelfest. Könnte gut sein, dass sie auch durch die vorbildliche Ausbildung von Thorsten Sälzer gegangen sind. (Nicht zu vergleichen mit den angesprochenen „Croupiers“ in anderen Posts von mir)
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich immer wieder ein paar Hausregeln, die mein investigatives Interesse wecken. Z.B. sind die Chips, die über die Linie gegangen sind WEG. Als Beispiel eine Hand bei Blinds 0-60/120, bei der ein Spieler in später Position mit 1200 Chips all-in geht und der unachtsame Small Blind die 60 zum Completen hinterher wirft. Das All-In-Raise wollte er natürlich nicht callen. Für mich wäre jetzt eher die Frage, ob der call zählt (würde ich nicht so sehen) oder ob er folden kann ohne weitere Chips investieren zu müssen. In Duisburg wurde der Fold akzeptiert, die zusätzlichen 60 Chips waren dafür aber weg… (Comments?) Neben der Tatsache, dass der „All-in gegangene Spieler immer als erster“ seine Karten im Showdown zeigen muss, und der ursprüngliche Raiser also noch bequem mucken kann, ist dieser Post vor allem der Tatsache zu verdanken, dass keine elektronischen Geräte an den Tischen zum Einsatz kommen dürfen. KEINE – also mussten mein Zen und meine Bose-Headphones diesmal ausgeschaltet bleiben, wodurch ich also allen Spielkommentaren in Körner-Qualität ausgesetzt war.
Das moderne Duisburger Casino kommt eigentlich allen Spieler-Wünschen sehr gut nach, bis auf die Tatsache, dass die Klimaanlage wohl direkt aus Nevada importiert wurde und noch mit der Default-Einstellung „arktischer Frühling“ läuft.
Im mit 77 Spielern ausverkauften Turnier, ging es gemächlicher zur Sache als gedacht. In der Rebuyphase werden gerade einmal 73 Rebuys getätigt. Von meiner Seite kam (überraschenderweise) kein Rebuy dazu und ohne zu lucken war ich nach zwei Leveln Chipleader mit dem 4,5fachen meines Anfangsstacks (soweit nicht ungewöhnlich) – aber der Titel dieses Posts lässt es schon erahnen: Der Bigstack blieb auf dem Weg itm (12 Plätze bezahlt) nicht intakt (bei mir leider auch nichts Ungewöhnliches).
Relativ unspektakulär verliere ich 5 Hände hintereinander (ein Push geht durch) und finde mich als 53. von 77 Spieler an den Rails wieder:
#1: Die erste Hand pushe ich vom „Butoff“ (der Button foldet offensichtlich out-of-turn) mit 
, da ich davon ausgehe, dass der Shortie im BB seine restlichen 2 BB mit fast any two hinterher wirft und ich hier von der Handrange weit genug above average liege. Genau das passiert (
) auch erwartungsgemäß! Nur der Kommentar, der wie aus der Pistole geschossen kommt, als plötzlich eine [3x] im Flop auftaucht ist nicht ganz wie erwartet: „Ich call’ hier natürlich mit any two, da ich wusste, dass er nur klauen wollte“ … ahja.
#2: Nachdem mein Standardraise 2,5 BB ist und ich diesmal nicht so viel Lust auf komische Calls und vor allem Kommentare habe, raise ich die nächste Hand mit 
auf 4 BB, um den SB mit 8 BB vor elementare Entscheidungen zu stellen. Die umgeht er äußerst geschickt, indem er mit seinem 8-BB-Stack die 4 BB callt (ziemlich deceptive). Aufgrund der Pot-Size und seinem Reststack gehe ich vor dem Flop blind all-in, nur um zu sehen, wie ich drawing dead vom gefloppten Flush (mit 
!) gesnappcallt werde.
#3: Nächste Kontrahentin ist eine ältere Frau, die soviel Kreativität in der Auswahl ihrer Starthände wie Tattoos besitzt (jeder Quadratzentimeter war bedeckt davon), dafür aber bei der Spielweise der Nuts nur einen Move kennt: All-In! Sie hat bereits zweimal mit [Ax][Ax] mit ca. 30 BB Preflop all-in geschoben und ist einmal von [Qx][Qx] gecallt worden. Nachdem ich als Preflop-Raiser gegen sie den Showdownvalue meiner Hand sehe (
), aber nicht gewillt bin auf dem Board von 


noch zu investieren, löse ich mich gegen eine Bet von ihr gedanklich schon von der Hand … naja außer es käme ein [Jx] oder ein [Ax] auf dem River. Das [Ax] kommt und sie geht insta-all-in (NUTS-Alarm), was ich dann bedauerlicherweise calle um mir [Kx][Tx] anzuschauen.
Die Vorgeschichte war, dass sie in jeder Hand propagierte mich noch „zu kriegen“ da sie ja gegen einen 5-BB-Raise (nach 2 Limpern) 
weggelegt hatte (wow!!) und auf dem Flop [Kx][9x][9x] ja getroffen hätte (ich hielt 
). Dank untersagten Bose-Kopfhörern war ich Zeuge wie sie ankündigte, sich diesmal keine Angst machen zu lassen. … naja – und ich dachte jetzt packt sie den Mega-Move aus. ![]()
#4: Inzwischen Short und kurz vor der Blinderhöhung openpushe ich mit 
aus mittlerer Position mit 7 BB all-in und werde von einem 3,5-BB-Stack mit 
gecallt.
#5: Mit den restlichen 3,5 BB sitze ich UTG und bin gespannt, ob ich etwas Spielbares oder irgendwas suited und/oder connected in-the-hole finde. Dem ist so und ich bringe meine Chips unter. Wenn man dann von 
gecallt wird ist das ja normalerweise ein Grund zur Freude… nur nicht wenn man selber 
hält!!!
Naja, hatte diesmal auch meinen Glückskeks zu Hause gelassen!
Wat willste machen? … wie der Duisburger sagt.




















