Dicke Duisburger Donkaments am Do… *mist* … am Freitag
am 23. Oktober 2008 unter Mr. Black abgelegtAls Mitglied der schreibenden Zunft erhaschen mich ab und an verlockende Einladungen zu exklusiven Turnieren, in denen man unter seinesgleichen spielen kann. Das darf man sich eigentlich nicht entgehen lassen, da man sich sonst mit dem Mob der ordinären Pokerspieler abgeben muss!
… lasse ich mir aber normalerweise entgehen.
Denn, ob ich in Monaco gegen Boris Becker spiele oder gegen meinen rothaarigen Nachbarn ist mir ziemlich schnuppe, und auch ob ich beim PromiPoker als Sparringspartner für Kreativspieler wie Ex-Promi Pierre Geisensetter oder Christine Theiss herhalten kann (letztere haut mir womöglich noch eins auf die Nase). Das WSOP-Presseturnier wäre natürlich schon eine Nummer interessanter gewesen, hätte es nicht an meinem Abflugtag stattgefunden. Außerdem hätte ich bestimmt verhindern können, dass mein Kollege Stefan Hachmeister in dem Event bubblet … (wäre ich dabei gewesen hätte ich ihn sicher schon eher rausgenommen
).
Langer Rede gar kein Sinn… – nach längerer Zeit bin ich mal wieder einer Einladung zu einem Presseturnier gefolgt, was oft einem Regelkundeseminar gleichkommt. Da war es in Duisburg schön zu sehen, dass auch fachkundige Chipspender neben den Exoten am Tisch saßen. Radio Duisburg war mit seinem Poker-Turnierteam-Triumvirat um Knut Martini angetreten, und auch Roy Decker (schreibt für so ein Spartenmagazin) und Emu „Dashiiiiid“ Adam von PokerToday waren am Start. Nach der eloquenten Spieleinführung durch den Dealer (hier würde ausnahmsweise „Croupier“ besser passen) waren wir alle um einige Erkenntnisse reicher, jedoch die Pokerunkundigen mitnichten schlauer. So hatten wir zum Beispiel gelernt, dass die fünfte Karte der Fluss ist, dass beim Hold’em alle Spieler sich in ihre Karten verlieben und sie überbewerten, und dass man „richtiges“ Poker nur beim Seven Card Stud lernt.
Wie auch immer – wir spielten schließlich zum Misfallen des Dealers Hold’em. Zu elft und mit 25 BigBlinds (wtf) starteten wir nicht allzu deepstacked in das Turnier und jeder wollte mal schauen wie es ist diese bunten Jetons in die Mitte zu bringen. Nachdem in der ersten Hand UTG ein Standardraise machte und es sich schnell 4 Caller fanden waren bereits 18 BB im Pot, so dass ich mir hier mit any two einen Riesenspot mit viel Foldequity zum nahezu Verdoppeln greifen wollte – schnell noch unter die Pocketkarten gelinst und rein mit den Chips! … moment – die beiden Karten haben ja sogar Showdownvalue! Also erst einmal schauen, ob nicht noch jemand der Meinung ist, dass ich noch wegwerfen könnte wenn ich nur „ein bisschen“ raise. Also 17 BB-Raise und noch 8 dahinter, da kann ich mich noch gut von den Karten trennen. Überraschenderweise trifft jedoch nicht jemand hinter mir oder der UTG-Raiser die Entscheidung All-in zu gehen sondern der zweite Overcaller. Naja, meine [Ax][Ax] halten gegen seine [Tx][Tx] und ich habe in der ersten Hand fast verdreifacht. Mit der nächsten Hand 
laufe ich am Flop in eine Donkbet und gebe sie auf. Danach kann ich mit 
mit getroffenem Ass auf dem Flop weitere zwei Spieler vom Tisch nehmen. Emu muss einstweilen gegen meinen Raise all-in seinen Blindsteal gegen mich aufgeben, und ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr so genau, ob ich noch an weiteren frei gewordenen Plätzen am Tisch beteiligt gewesen bin…
Die entscheidende Hand unter diesen Donkaments sei vielleicht noch einmal festgehalten, da ich den beiden anderen Involvierten Credit geben muss und mir Roy Decker nachher weissagte, dass ich die Hand in einem echten Turnier nie so gespielt hätte … da war ich allerdings anderer Meinung.
Emu sitzt am BU, Stacksize: 4.300
Roy sitzt im SB, Stacksize: ca. 3.500
Hero sitzt im BB, Stacksize: ca. 14.000
Wir sind 5-handed, Roy und Emu sind nicht die Shortstacks, Blinds 200-400, Plätze 1-3 „in the money“
Emu callt, Roy completed, ich checke im BB – Pot: 1.200
Flop kommt: [9x][7x][4x] rainbow (oder kariert, wie mach eine deutsche Pokerspielerin sagen würde)
Roy setzt 1.000
Ich halte [8x][6x] für den Open-ender und kann eigentlich nur bezahlen, wenn
- Emu hinter mir noch mit reinspringt (unwahrscheinlich)
- Roy mir eine Free Card gibt (möglich)
- ich bei einem Hit volle implied odds bekomme (sehr wahrscheinlich bei dem Reststack)
Ich calle auch.
Emu pusht jetzt all-in. Hmmm. Da Roy das All-in callt ist es ab hier ein No-Brainer, da ich meine 8 Outs für sicher halte und 2.900 für einen total pot von 12.100 zahlen muss. (Einen kreativen Spielzug mit [Jx][8x] auf dem Flop traue ich hier keinem zu … was allerdings nicht für die bereits Ausgeschiedenen gilt!)
Beide halten das TopPair und ich treffe auf dem River meine [5x].
Damit handele ich mir nicht nur den Titel „Luckbox II“ sondern nach dem Sieg auch ein Satellite-Ticket für das Main Event der Duisburger Pokerwoche ein (wenigstens ist es kein Chipkoffer geworden). Ich komme also wieder
Wie an der Turnierstruktur denke ich deutlich wurde, dürfte es offensichtlich gewesen sein, dass mein mich begleitender Glückskeks hier hervorragende Dienste geleistet hat – Danke
So long.




















